Kulturhistorische Ausstellung zur Obstbaumkunde

 Kultur im Rathaus

Kulturhistorische Ausstellung zur Obstbaumkunde

"Obstanbau in Gottes Namen"

Die Ausstellung ist bis zum 31.05.2019 in der VG Uttenreuth zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen sein. Sie stellt dabei die Rolle der Kirchen und Klöster bei der Obstbaumzucht dar. Zusammengetragen wurden die Informationen aus Originaldokumenten des Diözesanmuseums Bamberg von Frau Prof. Alzheimer und ihrem Team an der Uni Bamberg. Ein Plakat wurde von Claudia Munker ergänzt um den Bezug zu Uttenreuth herzustellen; dabei wurden ebenfalls Dokumente aus dem Nürnberger Staatsarchiv gesichtet und verwendet und das Uttenreuther Geschichtsbuch zur Rate gezogen. Ca. 25 Plakate zur fränkischen Obstkultur werden gezeigt.

Jahrhunderte lang beschäftigte sich die Obstbaumkunde (=Pomologie), also die Zucht vom Wildobst zu den Kulturformen hin, um dornenlose Bäume, größere Früchte und süßeren Geschmack zu erzielen. Die Früchtegöttin Pomona war namengebend für das Fachgebiet.

Im Spätmittelalter verfassten Kenner des Obstbaues so genannte "Pelzbücher", in denen die Veredelungstechniken geschildert wurden (z.B. Gottfried von Franken, ca. 1300).

Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde in der Priesterausbildung auch Landwirtschaft gelehrt. Jeder Theologiestudent musste dazu Seminare in Bienenkunde, Obstkunde und Tierzucht besuchen. In Bamberg gehörte das landwirtschaftliche Gut in Bughof zum Priesterseminar um auch praktische Kenntnisse in der Anlage, der Veredelung und dem Schnitt von Obstbäumen zu erwerben.

Der Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal lies ebenfalls Ende des 18. Jahrhunderts Industrieschulen errichten, in denen Garten- und Obstbau unterrichtet wurde (industria ist lateinisch und bedeutet Fleiß). Solche Schulen befanden sich neben Bamberg auch in Stöckach (Landkreis Forchheim).

Geistliche beider Konfessionen sorgten seit dem Ende des 18. Jahrhunderts durch Kurse, Mustergärten, kostenlose Reiserabgabe für die Verbesserung des Obstanbaus und somit für die Gesundheit und die Erweiterung des Speiseplanes bei den Kleinbauern in Franken.

Pfarrer Esper pflanzte bereits vor 250 Jahren in den ehemaligen Uttenreuther Pfarrgarten über hundert Obstbäume gepflanzt (Paulus & Paulus: S. 152). Damit konnte er sowohl seine Familie als auch Bedürftige versorgen. Der Pfarrgarten umfasste dabei noch das ganze Areal vom Pfarrhaus die heutige Esperstraße hinauf, dann die Boggasse (eigentlich Badgasse) hinter.

Alte Obstsorten tragen ausgefallene Namen, wie Bamberger Kugelbirne, Süßbirne, Schöner von Nordhausen (Apfel), Kaiser Wilhelm, Korbiniansapfel, Pastorenbirne, Paradiesapfel, Engelsbirne, Effeltricher Findling oder auch Hirschknäckerla.

 

 

 

 

 

 

 

 

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